Position zur zukünftigen Energieversorgung
Die energieintensiven Industrien in Deutschland bilden das Rückgrat für die vielfältigen Wertschöpfungsketten der deutschen Industrie. Ohne Ihre Produkte ist z.B. die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien undenkbar. Da viele industrielle Produktionsanlagen rund um die Uhr laufen, ist eine stabile Grundlastversorgung entscheidend.
Für die Produktion der energieintensiven Industrien ist Energie ein wesentlicher Kostenfaktor. Nur mit wettbewerbsfähigen Strompreisen (Gestehungskosten und staatliche Abgaben) können sie auch in Zukunft am Standort Deutschland produzieren. Eine Erhöhung des Strompreises um 1 Cent/kWh kostet die chemische Industrie in Deutschland rund 500 Mio. Euro pro Jahr.
Die Energieversorgung in Deutschland wird bislang durch einen breiten Energiemix unter Nutzung aller Technologien gewährleistet. Der Schwerpunkt der zukünftigen Energieversorgung soll bei den erneuerbaren Energien liegen. Diese sind jedoch ohne entsprechende Speicher-technologien nicht grundlastfähig. Deshalb wird die konventionelle Stromerzeugung bis auf weiteres unverzichtbar bleiben.
Die Unternehmen der energieintensiven Industrien in Deutschland sind auf eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung angewiesen.
VCI-Forderungen
- Das Industrieland Deutschland braucht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung
Die energieintensive Industrie ist auf eine zuverlässige Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Industrielle Produktion braucht in vielen Branchen, vor allem in der Chemie, naturgemäß viel Energie – rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr. Energie stellt für die Unternehmen einen wesentlichen Kosten- und Wettbewerbsfaktor dar. Er entscheidet mit darüber, ob sich Unternehmen mit Produktion an deutschen Standorten im internationalen Wettbewerb behaupten können.
- Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende regelmäßig überprüfen
Der von der Bundesregierung beschlossene Monitoring Prozess "Energie der Zukunft" und die darin enthaltene Überprüfung der energiepolitischen Ziele ist ein richtiger Schritt. Damit verbundene Detailfragen, zum Beispiel welche Indikatoren für Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit bei der Umstellung der Energieversorgung zu berücksichtigen sind, sollten schnellstmöglich geklärt werden.
- Grundlastversorgung in Deutschland muss sichergestellt bleiben
Der Ersatz der Kernkraft bis 2022 in der Grundlastversorgung kann nur durch Kohle und Gas erfolgen. Erneuerbare Energien sind nur sehr eingeschränkt grundlastfähig. Deshalb ist der Bau zusätzlicher Kraftwerke notwendig. Die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Großprojekte ist aber gering. Deshalb müssen an den Diskussionen über künftige Energieversorgung in Deutschland alle wesentlichen gesellschaftlichen Gruppierungen beteiligt werden. Für alle Energieformen ist der notwendige Ausbau der Netze voranzutreiben. Dies erfordert ein aktives Eintreten der Politik für die Akzeptanz von Großprojekten und Infrastruktur.
- Energiewende industriefreundlich ausgestalten
Die bestehenden Regelungen zur Belastungsbegrenzung bei der Energie- und Stromsteuer, beim EEG und bei der Kraft-Wärme-Kopplung müssen beibehalten bleiben. Sie dürfen nicht an weitere Voraussetzungen geknüpft werden, da es vergleichbare Belastungen weder in der EU noch international gibt. Die Belastungen aus EU-Emissionshandel, dem Energiesteuergesetz, dem EEG und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz kosten die deutsche Chemie heute jährlich über 1,3 Mrd. Euro.






