Passwort vergessen?

100km del Sahara – Chemie laufend innovativ

27. März 2009

Extremsituation Wüstenlauf

Produkte der Chemie helfen, Extremsituation zu meistern

Waschmittel, Farbe, Sportartikel. Erzeugnisse der chemischen Industrie aus Rheinland-Pfalz begleiten uns im täglichen Leben. Seit Jahren überzeugt die Branche durch Innovationen. Alexander Lennemann lief die „100km del Sahara“ und vertraute auf die innovativen und fast alltäglichen Produkte.

Ludwigshafen. Nach erfolgreicher Teilnahme an den „100km del Sahara“ ist es nun Zeit, eine kleine Rückschau zu halten. In vier Etappen liefen wir rund 100 Kilometer im tunesischen Teil der Sahara von der Oase Douz bis zur Oase Ksar Ghilane. Diese 100 Kilometer führten zum größten Teil über Sand und Dünen. Zwischen den einzelnen Etappen (am ersten Tag 22 km, am zweiten 42 km, am dritten 18 km und am letzten 21 km) übernachteten wir in offenen Beduinenzelten in extra für uns aufgebauten Camps. Wir waren immer der Sonneneinstrahlung ausgesetzt und die Temperaturen schwankten zwischen im Schnitt rund 30 Grad tagsüber und deutlich unter 10 Grad nachts.


Der Wüstenlauf - Extreme Belastung für Mensch und Material
Das Rennen war allein schon wegen der besonderen klimatischen Bedingungen der Wüstenregion Sahara eine enorme Herausforderung, von den Etappenlängen ganz zu schweigen. Mehrere Tage waren wir ohne die Annehmlichkeiten der Zivilisation unterwegs. Dabei konnten wir nicht viel Gepäck mitnehmen, mussten uns gegen Sonne, Wind, Sand und Kälte schützen und liefen obendrein noch ein Rennen. Unsere moderne Ausrüstung war dabei eine gute Unterstützung.

Bei den Läufen selbst bauten wir auf moderne Funktionsmaterialien aus Kunststoff. Kunstfasern aus Polyester oder Polyamid beispielsweise verleihen Funktionskleidung je nach Zusammensetzung ganz besondere Eigenschaften. Sie sorgen dafür, dass die Kleidung leicht ist, aber dennoch den scharfen Wüstenwind vom Leibe hält. Sie transportierten den Schweiß vom Laufen schnell vom Körper weg und verhinderten, dass wir auskühlten. Zudem schützen einige Fasern den Körper vor den UV-Strahlen der Sonne. Spezielle antibakterielle Beschichtungen verhindern, dass Hemden und Hosen auch nach längerem Tragen nach Schweiß riechen und die Haut angreifen. Die chemische Industrie arbeitet, zusammen mit den Bekleidungsherstellern, ständig daran diese Eigenschaften zu optimieren. Die Körperstellen, die direkt der Witterung ausgesetzt waren, schützten wir mit Hauptpflegemitteln. Sonnenschutzmittel half gegen Sonnenbrand und Lippenpflegemittel gegen den heftigen Wind, der uns bei der einen oder anderen Etappe um die Ohren pfiff.

Neben der Sonne war der Sand das größte Problem bei den Läufen. Rund 80 Prozent der Strecke führte durch puderzuckerartigen Sand. Damit nicht allzu viel von diesem feinen Sahara-Sand in die Schuhe kam, nutzten die meisten Läufer Überzieher oder Gamaschen aus Neopren. Sie befestigten sie mit einem Klettband am Laufschuh. Moderne Zweikomponentenkleber hielten das Klettband sicher am Schuh - trotz heißer Wüstentemperaturen, mechanischer Belastung durch das Laufen und ständigem Scheuern durch den Sand.


Nach der Etappe ist vor der Etappe
Wir bereiteten uns jeden Abend auf den nächsten Tag vor: Zum einen musste die ermüdete Muskulatur wieder fit gemacht werden, zum anderen mussten kleinere und größere „Wehwehchen“ behandelt werden. Für die Muskulatur nutzten wir Salben und flüssige Einreibemittel. Die Wirkstoffe dringen sofort bis zur Muskulatur vor und regen den Stoffwechsel an, der für eine zügige Regeneration nötig ist. Immerhin mussten wir in den vier Tagen insgesamt rund 100 Kilometer zurücklegen. Da geht nur, wenn sich die Beine und Füße schnell vom anstrengenden Lauf im Sand erholen können. Trotz Gamaschen war bei einigen Läufern der feine Sand in die Schuhe gedrungen. Die Folge: Blasen an den Zehen und Fersen. Wenn sie nicht behandelt werden, sind sie äußerst schmerzhaft und behindern den lockeren Lauf am nächsten Tag. Mittlerweile sind spezielle Blasenpflaster auf dem Markt, die die betroffenen Stellen nicht nur perfekt abschließen und so gegen das Eindringen von Sand schützen, sondern auch noch zusätzlich einen Wirkstoff enthalten, der die Heilung beschleunigt.

Größte Herausforderung des Veranstalters war, genügend Wasser für die 150 Läuferinnen und Läufer bereitzustellen. Mitten in der Sahara ein echtes Logistikproblem. Er rechnete mit fünf Litern Trinkwasser je Tag und Teilnehmer, zusätzlich musste auch das Organisationsteam versorgt werden. Alles in allem mussten rund 4.000 Liter Wasser in die Lager gebracht und an die Läufer verteilt werden. Mit Tanks, Kanistern oder Getränkekisten war das nicht zu machen. Die Lösung lag einmal mehr in der Leichtigkeit des Kunststoffs. PET-Flaschen, zu Sechser-Gebinden zusammengefasst, ließen sich leicht in die Lager bringen, waren schnell an die Läuferinnen und Läufer verteilt und konnten von diesen problemlos mitgenommen und in die persönlichen Trinkrucksäcke umgefüllt werden. Die leeren Flaschen wurden zerknüllt und nahmen als Müll wenig Platz weg.


Fazit
Um einen Extremlauf, wie die 100km del Sahara, zu absolvieren, ist es absolut hilfreich, wenn nicht notwendig, über moderne Ausrüstung zu verfügen. Die Stoffe der chemischen Industrie, die als heimliche Helfer erst der Bekleidung, den Hautpflegemitteln oder den Schuhen ihre innovativen Eigenschaften verleihen, vereinfachen so ein Rennen ungemein und bringt ein Stückchen Komfort auch in die Wüste.



(Bildquelle: www.pierluigibenini.com/gallerie.php)



(Blog des Läufers: www.jogmap.de/civic4/)


Seitenanfang