05.04.2017

Vom Reagenzglas zum Reaktor

Lehrer bilden sich in der Kunst des Klebens für „fesselnden“ Unterricht fort.

Die Lehrer aus Rheinland-Pfalz konnten die Experimente für den Unterricht im Labor des Campus Pirmasens live erproben.

Klebstoff ist die Verbindungstechnik des 21.Jahrhunderts. Wie man seine chemischen und physikalischen Eigenschaften in Experimenten vermitteln kann, ließen sich 22 Lehrer am 04. und 05. April in Pirmasens zeigen. Am dortigen Campus der Hochschule Kaiserslautern übernahmen Klebstoff-Experten der ansässigen Kömmerling Chemische Fabrik GmbH, der Technischen Universität Dortmund und des Fraunhofer Instituts aus Bremen die fachliche Betreuung.

In mehreren Impulsvorträgen erfuhren 22 Lehrer alles über das Kleben, das als die Verbindungstechnik des 21. Jahrhunderts gilt. Hochleistungs-Klebstoffe werden in vielen Bereichen eingesetzt, vom Smartphone bis zum Windrad. Geklebte Rotorblätter müssen beispielsweise extreme Belastungen aushalten, wie Wind von 300km/h Spitzengeschwindigkeit, eisige Temperaturen oder Sommerhitze. Das sorgte auch bei den Schülerinnen, Schülern und Studierenden für Staunen, die zum Vortrag auf den Campus kamen.

Fesselndes Thema

Nach den Vorträgen testeten die Lehrer im Labor der Hochschule viele Klebstoff-Versuche für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Zumindest Dr. Knut Göke findet das Thema fesselnd. Seit 17 Jahren arbeitet er mit diesem Material und ist immer wieder fasziniert über die unendlich vielen Einsatzmöglichkeiten von Klebstoffen.

Der Leiter des Produktmanagements sagte: „Ich freue mich, das Fachwissen an Lehrer weiterzugeben. Wenn sie spannende Experimente im Unterricht machen, wecken sie das Interesse der Schüler an den Naturwissenschaften. Und davon profitieren wir, denn wir suchen immer nach geeigneten Nachwuchskräften.“ Daher war auch Kömmerling-Personalleiter Wolfgang Heidenreich vor Ort, der für Nachfragen über die beruflichen Möglichkeiten in der Klebstoff-Industrie bereitstand.

Spannender Unterricht ist wichtig

Organisiert wurde die Lehrerfortbildung, die komplett ausgebucht war, von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz. Deren Vertreterin Dr. Christine von Landenberg freute sich über das Interesse: „Alltägliches kann so spannend sein, wenn man es von einer naturwissenschaftlichen Perspektive aus betrachtet. Chemische und physikalische Phänomene umgeben uns überall. Spannender Schulunterricht macht die Zusammenhänge sichtbar.“

Berufliche Wege betrachten

Wer sich für technische oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge interessiert, dem stehen über 60 Berufe in der Chemie-, Pharma- und Kunststoffverarbeitenden Branche offen. In Rheinland-Pfalz ist die Chemie die umsatzstärkste Branche. Allein 2016 haben 1.463 junge Menschen dort eine Ausbildung begonnen. Aber die Zahl der unbesetzten Stellen steigt. Besonders der Kernberuf Chemikant kämpft mit rückgehenden Bewerberzahlen. Auch Kömmerling sucht MINT-begeisterte Auszubildende; besonders für ein duales Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen.

Freie Stellen der Chemieunternehmen finden sich auf www.elementare-vielfalt.de, und der Chemie-Blog www.chemie-azubi.de erlaubt einen Blick hinter den Werkszaun der Betriebe.

 

 

Hinweis

Die Bilder können honorarfrei abgedruckt werden. Fotograf: Marcel Hasübert, mh-foto.de



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