MI(N)T reden - die neue Online-Fortbildungsreihe

In Zeiten der Corona-Pandemie sind Präsenzveranstaltungen schwierig geworden. Daher haben die Chemieverbände Rheinland-Pfalz zusammen mit weiteren Akteuren aus dem Bildungsbereich eine neue Fortbildungsreihe konzipiert, die rein online stattfindet.

Hier finden Sie alle Informationen zur neuen Online-Fortbildungsreihe "MI(N)T reden":

  • Die Fortbildungen stellen einmal im Monat Themen, die alle betreffen, in den Fokus.
  • Sie stehen allen interessierten Lehrer*innen der weiterführenden Schulen offen; es sei denn es ist anders vermerkt
  • Die Dauer beträgt eine Stunde, jeweils am Nachmittag.
  • Die Fortbildungen sind kostenfrei. Sie benötigen lediglich einen PC o.ä. mit Internetverbindung. Ein Headset ist empfehlenswert.

MINT-Bildung ist in unserer technisch orientierten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft unentbehrlich. Sie ermöglicht Mitsprache und Mitwirkung für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland.

In dieser Fortbildungsreihe erfahren Sie, wo MINT-Wissen in unserer Gesellschaft ganz konkret einen wichtigen Unterschied macht. Sie erfahren aus erster Hand Informationen zu aktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen wie Impfstoffentwicklung, Wasserstofftechnologie oder Klimawandel.

Die Themen werden didaktisch aufbereitet, um den Lehrkräften eine schnelle Einbindung in den Unterricht zu ermöglichen.


MI(N)T reden: Kekse, Cookies, Springerle. Physik zwischen harter, plastischer und weicher Materie

Ein spannender und vergnüglicher Vortrag von Prof. D. Thomas Vilgis des MPI für Polymerforschung Mainz

Wer denkt, Weihnachtsplätzchen und anderes Gebäck dienen lediglich zum Geschmacksvergnügen, irrt.

Anhand dieser Köstlichkeiten lassen sich fundamentale Prinzipien der Physik der Kondensierten Materie erkennen und verstehen, etwa das Kleben von granularen Materialien, der Glasübergänge in Eiweißschichten oder thermodynamische Konkurrenzsituation mit physikalischer Frustration.

Das Zubereiten, Backen und „orale Prozessieren“ von Weihnachtsplätzchen und anderen Keksen gestattet uns tiefe Einblicke in das physikalische und chemische Verhalten von Proteinen, Stärken, Zuckern und Fetten. Zucker ist nicht nur süß, sondern stellt das erforderliche Fließverhalten ein, Proteine entwickeln eine erstaunliche physikalische Funktionalität zwischen Fetten und Wasser - und definieren erst dadurch den perfekten Genuss.

Prof. Dr. Thomas Vilgis ist seit 1985 ist er Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Dort werden viele spannende Themen untersucht, die von der optimalen Zusammensetzung von Autoreifen, Projekten zu Temperaturen in Bienenstöcken, Wasser an Grenzflächen und molekularer Milch-Mayonaise bis zur Nanomaterialien in der Medizin reichen.

Prof. Dr. Vilgis betreibt physikalische Grundlagenforschung auf vielen eng miteinander verwandten Gebieten und versucht, Materialeigenschaften durch theoretische Modelle möglichst genau zu beschreiben. Er forscht am Max-Planck-Institut für Polymerforschung auf dem Gebiet der molekularen Lebensmittelwissenschaften mit experimentellen Methoden der Physik und Chemie der weichen Materie. Darunter fällt z. B. das Fließverhalten von Teigen, die Struktur und Eigenschaften von Fettspeicherpartikeln oder das physikalische Verhalten von Hydrokolloiden.

Prof. Dr. T. Vilgis engagiert sich zudem in der Ernährungsbildung. In zahlreichen Gastvorträgen liegt ihm die inter- und transdisziplinäre Vermittlung von naturwissenschaftlichem und kulturgeschichtlichem Wissen über Zusammensetzung, Eigenschaften und Bedeutung von Lebensmittel besonders am Herzen.

Bezüge zum Lehrplan Physik, Chemie und Biologie werden von den ReferentInnen des Pädagogischen Landesinstituts im Anschluss an den Vortrag hergestellt.

Prof. Dr. Thomas Vilgis steht nach dem Vortrag noch für Fragen zur Verfügung, die über den Chat gestellt werden können.

Den Link zur Teilnahme an der Online-Fortbildung bekommen Sie ein Tag vor der Veranstaltung zugesendet.

Anmeldung

09. Dezember 2020, 15:30 - 16:45 Uhr

PL-Nummer: 20KOV17014

Anmeldung über das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz


Weitere Themen bei MI(N)T reden

  • CRISPR/Cas: Innovative Werkzeuge für Genome Editing in Medizin, Pflanzenzüchtung und industrieller Biotechnologie
  • Antibiotikaresistenzen
  • Biodiversität/Artenvielfalt/moderne Landwirtschaft
  • Wasserstofftechnologie

Gemeinsames Angebot

Hinter der Online-Fortbildungsreihe stehen:

  • die Chemieverbände Rheinland-Pfalz,
  • das rheinland-pfälzische Bildungsministerium,
  • das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz,
  • das ILF (Katholisches Insitut für Lehrerfortbildung).

Vergangene Themen bei "MI(N)T reden"

MI(N)T reden: Klimawandel und das Pariser Klimaabkommen

Der Klimawandel spielt in den Lehrplänen der naturwissenschaftlichen Fächer eine Rolle, z. B. in der Biologie in den Themenfeldern 5 und 11 sowie in der Physik in den Themenfeldern 8 und 12, aber auch in Erdkunde, Philosophie, Ethik und Religion finden sich Anknüpfungspunkte.

Als Referenten konnten wir Prof. Dr. Mark Lawrence, wissenschaftlicher Direktor am IASS Potsdam, gewinnen. Er befasst sich mit den Herausforderungen des Anthropozän und verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Pädagogischen Landesinstituts (s.u.).

Im Vortrag wird es um die wissenschaftlichen Hintergründe zum Pariser Klimaabkommen gehen. Themen sind:

  • Wie beeinflussen Kohlenstoffdioxid und andere klimawirksame Gase und Aerosolpartikel den Strahlungsenergiehaushalt der Atmosphäre und dadurch das Klima?
  • Wie schnell und wie stark müssten Kohlenstoffdioxid -Emissionen noch eingeschränkt werden, um die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten?
  • Welche Rolle (wenn überhaupt) werden sogenannte Klima Geoengineering-Techniken spielen?
  • Was können Einzelne zum Klimaschutz beitragen?

MI(N)T reden: Impfstoffentwicklung im Wettlauf mit der Pandemie

„Viel hängt davon ab, dass es Unternehmen gelingt, schnell verlässliche Impfstoffe zu liefern.“Dr. Rolf Hömke

Das Thema der ersten Fortbildung der Reihe "MI(N)T reden" behandelt das wichtige und höchst aktuelle Thema der Impfstoffentwicklung. Forscherinnen und Forscher in Unternehmen und Instituten versuchen etwas zu schaffen, das bis vor kurzem unmöglich schien: neue Impfstoffe in unter anderthalb Jahren. Dafür stützen sie sich auf Medizin, Biotechnologie, Chemie und internationale Kooperationen.

Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen arbeiten unter großem Zeitdruck an diesem gemeinsamen Ziel. „Das ist gewissermaßen MINT United gegen das Virus," sagt Dr. Rolf Hömke. Den Senior Referenten Kommunikation Forschung und Medizin des vfa (Verband der forschenden Pharma-Unternehmen) konnten wir als Referenten gewinnen.

Die Entwicklung von Impfstoffen ist nicht nur ein aktuelles Thema für interessierte Lehrkräfte aller Fächer und zeigt auch, wie viele Berufsgruppen an einem solchen Impfstoff mitarbeiten. Es gibt Bezüge zum Rheinland-Pfälzischen Lehrplan Biologie in der Mittelstufe (Themenfelder 9 und 10) und zum Oberstufenlehrplan. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Pädagogischen Landesinstituts (s.u.).

MI(N)T reden: Batterien der nächsten Generation - Einblicke in die Forschung

Deutschland soll flächendeckend mit Ladestationen ausgestattet und damit der Trend zu E-Autos beschleunigt werden. Die Anforderungen an heutige und zukünftige Energiespeicher sind (nicht nur im Auto) ebenso vielfältig wie ihre zahlreichen Anwendungen. Gerade im Hinblick auf mobile Anwendungen sind für die Zukunft auch neue Konzepte gefragt.

Dabei sind vor allem Energiedichte, Leistung, Effizienz, Umweltfreundlichkeit, Lebensdauer und Kosten von Batterien zu betrachten. Vor allem die Verwendung des begrenzt vorhandenen Rohstoffs Kobalt, der seit jeher wegen seiner Toxizität und der damit einhergehenden Umwelt- und Gesundheitsbedenken in der Kritik steht, soll in Zukunft vermieden werden.
Forschungseinrichtungen, Universitäten und Autoindustrie forschen deshalb intensiv nach anderen Lösungen oder Verbesserungen der Batterietechnik.

Dr. Torsten Brezesinski, Gruppenleiter am Institut für Nanotechnologie am KIT Karlsruhe Karlsruher Institut für Technologie erläutert in seinem Vortrag die Funktionsweise der Lithiumionenbatterie sowie die gängigen Materialien und Elektrolyte. Aufgrund der Herausforderungen, die an zukünftige Batterietechnik gestellt werden, zeigt er die Trends in Forschung und Industrie an verschiedenen Beispielen auf. Experimentelle Daten zu Kathoden-/Anoden-Materialien und deren Charakterisierung geben aktuelle Einblicke in eigene Forschungsprojekte.

  • Kann das Potenzial von zukünftigen Speicherkonzepten, wie Festkörper- und Lithium-Schwefel-Batterien, die möglicherweise über höhere Energiedichten als konventionelle Lithiumionenbatterien verfügen, genutzt werden?
  • Welche möglichen Nachteile hätten diese Konzepte?

Die Entwicklung von Batterien ist ein aktuelles Thema für interessierte Lehrkräfte der Chemie für die Oberstufe sowie für die Sekundarstufe I, denn das 12. Themenfeld in Chemie behandelt schon in der Mittelstufe dieses Thema. In der MSS werden die Themen in der Chemie weitergeführt, wieder aufgegriffen und stärker unter fachlichen Aspekten vertieft. Die Beraterinnen und Berater für Unterrichtsentwicklung Naturwissenschaften stellen im Anschluss an den Vortrag die Bezüge zum Unterricht und möglichen Umsetzungen her.