Unsere Trainer im Portrait: Jörg Wilhelm - Effiziente Selbstorganisation

Praktisch in jedem Halbjahr findet das Chemieverbände-Seminar "Effektives Zeit- und Selbstmanagement" von Jörg Wilhelm statt. Und seit Jahres ist es immer voll belegt. Da muss etwas dran sein. Daher stellen wir hier den Berater, Coach und Führungskräftetrainer näher vor.

Trainer Jörg Wilhelm

Wenn du eilig hast, gehe langsam."
Lothar Seiwert

Herr Wilhelm, in einem Ihrer Seminare ging plötzlich die Tür auf, Herr Kern und Frau Imhof platzten hinein und verteilten Kuchen und (alkoholfreien) Sekt. Wir feierten den 20.000 Teilnehmer unserer Seminare.
Natürlich waren Sie informiert - die Teilnehmer aber nicht. Wie ist es Ihnen gelungen, sich nichts anmerken zu lassen?


Man glaubt es mir nicht, aber: Ich kann – bei aller Offenheit – tatsächlich Geheimnisse wahren. Wenn auch nur maximal 24 Stunden, was in diesem Fall ausreichend war. (lacht) 


Die kleine Feier war eine kurze Auszeit. Hat so etwas Platz im durch-optimierten Alltag?

Ja, unbedingt! Ich fand diesen Event total schön, weil es eine willkommene Pause im Seminar war. Und in der Pause auch noch feiern – mehr geht fast nicht für ein gutes Selbstmanagement. Danke an Herrn Kern und Kollegin, kommt gerne ab jetzt in jedes meiner Seminare!

Was kennzeichnet eine gute Pause für Sie?

Eine gute Pause kann unterschiedlich sein. Ich habe eben das Feiern erwähnt. Wenn uns danach ist, tanken wir diese Lebendigkeit. Andererseits, was sehr energetisieren kann. Andererseits gibt es Zeiten, in denen eine Ruhe-Pause das Richtige zum Auftanken ist. Wichtig ist es aus meiner Sicht, dem eigenen Impuls zu folgen.

Worauf kommt es noch an, wenn man Alltag & Arbeit effizienter gestalten möchte?

Es gibt zwei Dinge, die in diesem Zusammenhang wichtig sind: Effizienz bedeutet im Wortsinn „Wirtschaftlichkeit“. Übersetzt in die Selbstorganisation, verstehe ich darunter: die Balance zwischen Energiegewinnung und dem -verbrauch für die tägliche Arbeit und privaten Erledigungen.

Und zum anderen ist es wichtig, sich klar zu machen, was heute wichtig ist. Das ist dann für mich Effektivität im Sinne der Ziele, die mir wichtig sind. Diese Ziele zu kennen ist die Voraussetzung für mehr Effizienz und Effektivität.

Ziele geben unserem Tun eine Richtung. Wenn man sich aber selbst im Weg steht und ein Ziel eher zur Pflichtübung wird, was dann?

Es gibt eine Reihe unbewusster Kräfte in uns, die uns einerseits erfolgreich machen, andererseits aber in bestimmten Situationen übers Ziel hinausschießen lassen und uns eher an der Zielerreichung hindern. Insbesondere schaue ich in meinen Seminaren auf die inneren Antreiber, die uns dann schaden, wenn sie uns kontrollieren, anstatt wir sie.

Die Teilnehmer entdecken also das, was sie antreibt und auch voranbringt. Das kann sehr erhellend sein, nur stellt sich dann die Frage, wie man den Übertrag in seinen Alltag und Arbeit vornimmt. Und damit sind wir dann bei ganz konkreten Herausforderungen, an denen die Teilnehmer arbeiten wollen.

Welches sind die häufigsten Herausforderungen?

Die häufigsten Herausforderungen ergeben sich aus der Persönlichkeitsstruktur der Teilnehmer, was komplexe Ursachen hat.

Viele Teilnehmer sind einfach zu „nett“. Sie können sich mit ihren eigenen Bedürfnissen kaum abgrenzen oder diese als Thema benennen: „Ich kann nicht Nein sagen, wenn ein anderer etwas von mir will", ist eine typische Aussage.

Perfektionismus mit dem einhergehenden Zeitaufwand und Qualitätsanspruch, an dem man immer wieder scheitern kann, ist ebenfalls häufig.

Woran arbeiten Sie dann mit den Teilnehmern?

Meine Teilnehmer nehmen in nahezu allen Fällen Impulse und konkrete Handlungsweisen mit, mit
denen sie ihre Herausforderungen eigenständig angehen können. Und das so konkret, dass sie nicht lange überlegen müssen, um loszulegen. Das ist mir wichtig. Dies verschafft den meisten Teilnehmern ein gutes Gefühl, endlich handlungsfähig zu sein.

Sie binden die Teilnehmer auch oft ein und nutzen die Methode des Kollegialen Coachings, bei der die anderen Teilnehmer aus ihrer Erfahrung Vorschläge einbringen. Warum diese Methode?

Die Einbeziehung der anderen Teilnehmer macht das Erleben und Lernen intensiv und aktiviert. Dann pennen mir die Leute auch nachmittags so gut wie nie ein. (lacht)

Ich nutze damit die Lebenserfahrung aller Menschen, was viel mehr Lösungen für ein Problem ermöglicht, als wenn nur der Trainer sich einbringt. Aber nochmal: zentral ist, dass die Vorschläge konkret und praktisch anwendbar sind. Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen von Teilnehmern, welche Fortschritte sie in kurzer Zeit machen – da bin selbst ich oft überrascht.


Methoden für effektives Zeit- und Selbstmanagement

  • Werden Sie sich bewusst, was Ihnen im Leben wirklich wichtig ist und entscheiden Sie, wie sie diesen Themen ausreichend Zeit einräumen.

  • Erkennen Sie Ihre unbewussten Antreiber und folgen Sie diesen nicht mehr automatisch. Nehmen Sie sich die Zeit, auch mal anders zu handeln.

  • Beziehen Sie in Ihre Zeitplanung wichtige berufliche und private Aspekte gleichermaßen ein. Sorgen. Sie auch im Privaten für ein realistisches Maß an Aktivitäten.

  • Verplanen Sie max. 50 – 60% Ihres Tages. Planen Sie die übrige Zeit für Störungen ein.

  • Mit einem klaren, ausgeruhten Kopf arbeitet man effektiver. Finden Sie Ihre Methoden, um ruhig werden und die Konzentration zu üben, zum Beispiel durch Mediation.

  • Lassen Sie das „Nein-Sagen“, sondern lernen Sie, „Ja“ zu sagen. Richtig gelesen: Ja sagen. Aber richtig. Wie das funktioniert, erfahren Sie im Seminar.


Lektüre für ein besseres Selbst- und Zeitmanagement

  • Wenn du es eilig hast, gehe langsam (Lothar Seiwert)
  • Das 1 × 1 des Zeitmanagements (Lothar Seiwert)
  • Zeitmanagement im Takt der Persönlichkeit (Eva Brandt)
  • Die 7 Wege zur Effektivität Seminarprogramm (Stephen Covey)

Mehr über Jörg Wilhelm ist auf seiner Homepage zu finden.