Chemie: Digitalisierung wird Teil der Ausbildung

Wahlqualifikation „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ in der Ausbildung zum Chemikanten eingeführt. Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze leicht gesunken. Ausbildungsvergütung deutlich gestiegen.
Zahlen zur Ausbildung in der Chemie

1.441 Ausbildungsplätze - und damit 12 weniger als letztes Jahr - boten die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie dieses Jahr in Rheinland-Pfalz an. Das gaben die Chemie-Sozialpartner heute in Ludwigshafen bekannt.

Gestiegene Angebote in der klassischen Ausbildung

„Die Chemie hat in diesem Jahr deutlich mehr Angebote gemacht im Bereich des Dualen Studiums und der dualen Berufsausbildung. Das ist ein neuer Höchststand seit 2013. Dagegen ist der Bedarf bei den Fördermaßnahmen gesunken“, so Bernd Vogler. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz betont: „Die Anforderungen an die Berufe steigen. Im August wurde die Wahlqualifikation „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ in der Ausbildung zum Chemikanten eingeführt. Weitere Berufe werden sicher folgen. Die Chemie braucht verstärkt qualifizierte Fachkräfte“.

Junge Menschen brauchen Perspektiven nach der Ausbildung

„Wer glaubt, dass fertig ausgebildete Fachkräfte jederzeit auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind, der liegt falsch. Der Wettbewerb um junge Fachkräfte hat längst begonnen. Die Unternehmen müssen ausbilden und den jungen Menschen im Anschluss eine sichere Perspektive anbieten, um ihren eigenen Fachkräftebedarf zu sichern“, so Roland Strasser, Landesbezirksleiter der IG BCE Rheinland-Pfalz/Saarland. Und weiter: „Es ist gut, dass die Unternehmen die Angebote in der klassischen Ausbildung und dem dualen Studium erhöht haben. Gleichzeitig dürfen sie bei der Einstiegsqualifizierung aber nicht nachlassen. Denn die Förderung junger Menschen hin zur Ausbildungsreife ist elementar in der Fachkräftesicherung“.

Struktur des Angebotes

Von den 1.441 angebotenen Ausbildungsplätzen entfallen 1.062 auf die duale Ausbildung, 113 auf ein Duales Studium und 266 auf besondere Fördermaßnahmen, wie die von den Tarifpartnern betriebenen Start-Programme für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche. 1.309 Stellen konnten besetzt werden. Die Übernahmequote beträgt 94 Prozent.

Doppeltes Urlaubsgeld

Der 2018 abgeschlossene Tarifvertrag sieht eine Steigerung der Azubi-Entgelte um 9 Prozent in den ersten beiden und 6 Prozent in den letzten beiden Ausbildungsjahren vor. Das Urlaubsgeld wurde verdoppelt und zwei freie Tage zur Prüfungsvorbereitung vereinbart.


Runder Tisch für Arbeitsmarktfragen

Die Chemie-Sozialpartner sind die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz (AGV). Der AGV vertritt auch chemienahe Dienstleister, wie die Hersteller von Gummiwaren und Kunststoffspezialisten. Die IG BCE und der AGV Chemie Rheinland-Pfalz treffen sich mit Firmenvertretern seit 1995 zum Runden Tisch Chemie. Thema dieser regelmäßig stattfindenden Treffen ist die Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie Beschäftigungssicherung in der rheinland-pfälzischen Chemieindustrie.

Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz

Im Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz e.V. sind 130 Unternehmen mit rund 68.500 Beschäftigten der chemischen und chemienahen Industrie mit Sitz in Rheinland-Pfalz organisiert. Er vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder.

IG BCE Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland

Der Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland ist zusammen mit seinen Bezirken Ludwigshafen, Mainz, Mittelrhein und Saarbrücken zuständig für 280 Betriebe aus den Bereichen Chemie, Kautschuk, Papier, Steinkohle, Glas, Keramik, Kunststoff, Leder und Energieerzeugung/Veredelung. Betreut werden zurzeit rund 80.000 Mitglieder.