Wissenschaft zum Anfassen: Über 100 Grundschul-Lehrer bilden sich für spannenden Unterricht weiter

108 angehende Lehrerinnen und Lehrer für Grundschulen bildeten sich gestern in den Staatlichen Studienseminaren Kusel und Kaiserslautern weiter. Ihr Ziel: mit Hands-on-Experimenten ihren Sachunterricht spannend gestalten.
Ein Experiment auf der Nawi-Fortbildung der Studienseminare Kusel und Kaiserslautern (Foto: de Sousa/Stiftung Pfalzmetall)

Ein Experiment auf der Nawi-Fortbildung der Studienseminare Kusel und Kaiserslautern (Foto: de Sousa/Stiftung Pfalzmetall)

Kusel. Mit unterrichtstauglichen Experimenten Kinder für Naturwissenschaften begeistern lernen -  darum ging es in Kusel. Auf dem NAWI-Tag mit den Studienseminaren Kusel und Kaiserslautern eigneten sich zukünftige Lehrkräfte die Kompetenzen für spannende Hands-on-Experimente an. Anna Rubel vom Studienseminar Kaiserslautern nahm an der Premiere teil: „Ich freue mich darüber, an dieser Fortbildung teilzunehmen und sammle hier sehr viele gute Anregungen, die ich später in meinem Unterricht einsetzen kann.“

Interessanter Unterricht und sehr gute berufliche Chancen

Eingeladen hatten die Chemieverbände Rheinland-Pfalz und die Stiftung PfalzMetall. „Ideenreicher, experimenteller Unterricht macht Lust auf MINT-Inhalte,“ sagte Christine von Landenberg von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Lehrkräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle. Hier bekommen sie Anregungen für einen spannenden Unterricht.“

Felix Mayer von der Stiftung PfalzMetall ergänzte: „Eine nachhaltige technische und naturwissenschaftliche Bildung eröffnet auch sehr gute Berufschancen. Daher informieren wir vor Ort auch über die Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler nach dem Schulabschluss in der Arbeitswelt haben.“

Kompetenzen vermitteln, bevor es an die Schulen geht

In Studienseminaren absolvieren angehende Lehrerinnen und Lehrer den zweiten Teil der Lehrerausbildung. Der Fokus liegt auf den Kompetenzen, die Lehrer in der Unterrichtspraxis benötigen. Die Fortbildung schult genau diese Kompetenzen.

„Uns ist wichtig, dass die Naturwissenschaftler, die die Experimente konzipiert haben, einen pädagogischen Hintergrund mitbringen. Denn wir wollen den direkten Transfer in den Unterricht ermöglichen,“ betonte Sebastian Plewka vom Studienseminar Kusel.

Experimentieren verbindet

Erziehungswissenschaftler und Experte für Grundschulpädagogik Dr. Timo Reuter von der Universität Koblenz-Landau sprach in einem Impulsvortrag über naturwissenschaftliches Experimentieren und technisches Problemlösen in der Grundschule.

Danach arbeiteten die angehenden Lehrer in vier verschiedenen Workshops. Einmal experimentierten die Lehrkräfte mit Seifenschaum, der besonders stabil und langlebig sein soll. Um die Eigenschaften verschiedener Klebstoffe und deren Untersuchung mit selbst gebauten Apparaturen ging es im zweiten Workshop. Diese beiden Workshops wurden von Marion Wagener und Dorothee Wortmann von Two4Science geleitet. Christian Hansen führt die „Miniphänomenta“ durch; sechs Forscherstationen, mit denen Grundschulkinder spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene eigenständig entdecken. In „become@little electrician“ vermitteln Gabi und Werner Stetzenbach sowie Sophie Schäfer experimentelle Umsetzungen zum Thema Elektrizität und Stromkreisen – und werden auch die Frage beantworten, wie der Strom „in die Steckdose kommt“.

Ein zweiter NAWI-Tag mit dem Studienseminar in Rohrbach wird am 26.11.2019 stattfinden.