Wenn alte Gewissheiten verschwinden: Wie handelt man in einer unberechenbaren Welt?

Über genau diese Frage hat Tobias Göpel, Pressesprecher der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, im Podcast „Einer für Alle" gesprochen – und darüber, welche Rolle Verbände dabei spielen können.

Podcast "Einer für alle" - Tobias Göpel

Hohe Energiekosten, internationaler Wettbewerb, Fachkräftemangel, der Wandel zur Kreislaufwirtschaft. Wer ein Unternehmen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie führt, kennt die Lage. Alte Gewissheiten verschwinden und neue Realitäten entstehen. Gerade jetzt brauchen Führungskräfte mehr Orientierungshilfe, weil sie in einer Arbeitswelt führen müssen, die weniger planbar und stärker von Wandel geprägt ist. Und weil ihr Team gerade dann Halt braucht, wenn sie selbst noch nicht alle Antworten haben.

„Für Mitgliedsunternehmen ist ein Verband besonders hilfreich, wenn er nicht nur politische Interessen vertritt, sondern auch ganz praktisch Orientierung bietet", ist Tobias Göpel überzeugt. „Wir haben 200 einzelne Bindfäden, die wir zu einem Strang verbinden. Jedes Mitgliedsunternehmen hat seine eigene Meinung. Am Ende des Tages müssen wir es schaffen, diese unterschiedlichen Meinungen so zu verbinden, dass daraus eine Interessenvertretung wird. Das ist eine Kernkompetenz der Verbände von jeher. Und genau das können wir nutzen, um den Menschen in den Betrieben Orientierung zu bieten – als eine Art Erfahrungs- und Wissensplattform." Diese Orientierung brauchen übrigens nicht nur Geschäftsführungen, sondern Menschen bis in jede Schicht hinein.

Menschen suchen Orientierung in der Transformation – die bietet zukünftig „Wir.Hier."

„Ich bin davon überzeugt, dass ein Mensch immer Orientierung sucht in dem, was er macht. Als Geschäftsführer ist man oft allein mit seinen Fragen. Genau das sehe ich als Aufgabe für uns als Verband: Wie holen wir die Leute aus ihren Unternehmenssilos raus und verbinden sie über Werkszäune hinweg?"

Aus diesem Gedanken ist die Weiterentwicklung der bekannten Marke „Wir.Hier." entstanden, die 2025 mit dem media.V-Award ausgezeichnet wurde. Was früher eine klassische Mitarbeiterzeitung war, ist heute ein crossmediales Angebot aus Magazin, Podcast, Instagram und einem Präsenzformat. Den Anspruch dahinter formuliert Göpel so: „Kommunikation ist ein Führungsinstrument innerhalb der Transformation. Und wenn wir an Führung denken, haben wir meistens den Manager im Kopf. Ich denke da aber vom Teamleiter aufwärts."

Für Mitgliedsunternehmen bedeutet das konkrete Werkzeuge, um in Veränderungsprozessen zu kommunizieren. Was Göpel besonders wichtig ist: Im Verband finden Unternehmen Antworten, die sie allein erst mühsam erarbeiten müssten. „Vielleicht hat jemand eine super Lösung für sich gefunden, die auch für andere funktionieren kann. Das muss kommuniziert werden. Oder er hat etwas versucht und ist gescheitert – dann ist das ein Learning für die anderen."

Der Herausgeber: Tobias Göpel

Tobias Göpel verantwortet seit 2008 die Kommunikation der Chemieverbände Rheinland-Pfalz. Zuvor war er Offizier der Bundeswehr. Das merkt man auch dem Projekt an: Statt sich an starre Säulenmodelle zu klammern, denkt Göpel in Fähigkeiten. Welche Fähigkeit braucht es, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Und welches Werkzeug passt heute am besten zur Zielgruppe? Das macht aus seiner Sicht den Verband reaktionsfähig – ein Vorteil, der sich für Mitgliedsunternehmen vor allem dann auszahlt, wenn es schnell gehen muss.

Hören Sie selbst rein

Wie die Chemieverbände Rheinland-Pfalz Transformation konkret begleiten, warum Kommunikation heute Führungsaufgabe ist, was Mitgliedsunternehmen von „Wir.Hier." und den neuen Formaten erwarten können und was ihn an der aktuellen Blasenbildung in der politischen Diskussion bewegt – darüber spricht Tobias Göpel ausführlich im Podcast „Einer für Alle".

Jetzt anhören und anschauen:https://www.youtube.com/watch?v=D1mhh5vwLlU