BASF Geschäftszahlen 2025: Sparkurs trifft Standort Ludwigshafen – Konkurrenz aus Asien wächst

Der größte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz hat seine Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt. Die Botschaft ist eindeutig: BASF spart schneller und härter als geplant – und der Standort Ludwigshafen steht im Zentrum des Umbaus. Gleichzeitig wächst das China-Geschäft. Was die Zahlen für die chemische Industrie in der Region bedeuten.

BASF-Umsatz 2025 sinkt – operatives Ergebnis geht zurück

BASF hat im Geschäftsjahr 2025 weltweit 59,7 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind knapp 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Gründe sind vor allem ungünstige Wechselkurse und eine schwache Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobil- und Bauindustrie.

Das operative Ergebnis – also das, was der Konzern im laufenden Geschäft verdient, bevor Sondereffekte eingerechnet werden (EBITDA vor Sondereinflüssen) – lag bei 6,6 Milliarden Euro. Das ist ein Rückgang von knapp 10 Prozent gegenüber 2024.

Positiv: Unterm Strich blieb BASF deutlich mehr frei verfügbares Geld als im Vorjahr. Der sogenannte Free Cashflow – also das Geld, das nach Abzug aller Investitionen übrig bleibt – stieg um fast 80 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Hauptgrund: BASF hat deutlich weniger investiert als im Vorjahr.

Sparprogramm übertrifft Ziele – 4.800 Stellen weltweit abgebaut

BASF hat sein Kostensenkungsprogramm schneller umgesetzt als ursprünglich angekündigt:

  • Bis Ende 2025 spart der Konzern bereits 1,7 Milliarden Euro pro Jahr ein – 100 Millionen Euro mehr als geplant.
  • Das neue Einsparziel bis Ende 2026 wurde auf 2,3 Milliarden Euro jährlich angehoben.
  • Seit Ende 2023 hat BASF weltweit rund 4.800 Stellen gestrichen. Die Zahl der Führungskräfte sank um 11 Prozent.
  • Weltweit beschäftigt BASF noch rund 108.000 Menschen.

Allein für Umbaumaßnahmen fielen 2025 Sonderkosten von 937 Millionen Euro an – ein großer Teil davon am Standort Ludwigshafen.

Ludwigshafen: Sparprogramm trifft Rheinland-Pfalz

BASF benennt den Standort Ludwigshafen ausdrücklich als Schwerpunkt der laufenden Kosteneinsparprogramme. Am größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt werden Strukturen verschlankt, Verwaltungsbereiche verkleinert und Anlagen zusammengelegt.

Die Nettoverschuldung sank leicht auf 18,3 Milliarden Euro. Finanzvorstand Dirk Elvermann kündigte an, 2026 einen erheblichen Teil der Erlöse aus Unternehmensverkäufen zur weiteren Schuldenreduzierung einzusetzen.

Der Deutschland-Umsatz sank 2025 um 3,3 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro – ein Zeichen für die anhaltend schwache Konjunktur im Inland. Für Rheinland-Pfalz, wo BASF einer der wichtigsten Arbeitgeber und Auftraggeber für zahlreiche Zulieferer und Dienstleister ist, hat der Umbau Auswirkungen weit über den Konzern hinaus.

China-Geschäft wächst – BASF verlagert Investitionen nach Asien

Während in Europa gespart wird, baut BASF seine Präsenz in China aus. Die wichtigsten Anlagen am neuen Verbundstandort Zhanjiang in Südchina wurden 2025 in Betrieb genommen.

Der Umsatz in Greater China stieg um knapp 5 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro – als einzige Region mit Wachstum. BASF-Vorstandschef Markus Kamieth machte deutlich, dass der Konzern sich auf das konzentriere, was er selbst steuern könne. Die Botschaft: Wo Märkte wachsen, wird investiert.

Geschäftsbereiche: Agrar und Katalysatoren legen zu, Basischemie schwächelt

Nicht alle Geschäftsbereiche entwickelten sich gleich:

  • Wachstum gab es bei den eigenständig geführten Bereichen: Das Agrargeschäft (Agricultural Solutions) legte beim operativen Ergebnis um gut 7 Prozent zu, der Bereich Umweltkatalysatoren und Edelmetalle (Surface Technologies) sogar um 70 Prozent.
  • Rückgänge verzeichneten die Kerngeschäfte: Die Basischemie (Chemicals) verlor über ein Drittel ihres operativen Ergebnisses, auch Kunststoffe (Materials), Industrielösungen und Ernährung & Pflege (Nutrition & Care) lagen deutlich unter dem Vorjahr. Hauptgrund waren niedrigere Gewinnspannen.

Ausblick 2026: BASF rechnet mit leichter Verbesserung

Für das laufende Jahr erwartet BASF:

  • Operatives Ergebnis: zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro
  • Frei verfügbares Geld (Free Cashflow): zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro
  • Investitionen: 3,4 Milliarden Euro – nochmals deutlich weniger als 2025

Der Konzern geht von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent, einem Euro-Dollar-Kurs von 1,20 und einem Ölpreis von 65 US-Dollar je Barrel aus.

Position der Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Die Geschäftszahlen von BASF zeigen exemplarisch, unter welchem Druck die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz steht. Hohe Energiekosten, zunehmende Konkurrenz aus Asien und eine schwache Inlandsnachfrage zwingen Unternehmen zu tiefgreifenden Einschnitten – mit direkten Folgen für Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region.

Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz setzen sich deshalb für bessere Rahmenbedingungen am Standort ein:

  • Wettbewerbsfähige Energiepreise, damit Produktion in Deutschland wirtschaftlich bleibt
  • Weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren, um Investitionen nicht weiter zu bremsen
  • Eine verlässliche Industriepolitik, die der chemischen Industrie als Schlüsselbranche langfristige Planungssicherheit gibt

Die Transformation der Branche ist notwendig – aber sie darf nicht dazu führen, dass Wertschöpfung und Arbeitsplätze dauerhaft ins Ausland abwandern. Rheinland-Pfalz braucht eine starke Chemie.

Quelle:BASF-Pressemitteilung vom 27. Februar 2026