Wachstum in beiden Geschäftsbereichen
Das Umsatzwachstum wurde von beiden Geschäftsbereichen getragen: Der Bereich Humanpharma legte währungsbereinigt um 7,4 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber waren vor allem Medikamente zur Behandlung von Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzinsuffizienz und Lungenfibrose. Im zweiten Halbjahr 2025 brachte das Unternehmen zudem zwei neue Arzneimittel auf den Markt – eines gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs und eines gegen Lungenfibrose. Beide waren von der US-Arzneimittelbehörde FDA als bahnbrechende Therapien eingestuft worden, was den Entwicklungsprozess beschleunigt.
Der Bereich Tiergesundheit wuchs währungsbereinigt um 6,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Hier trugen insbesondere Antiparasitika für Haustiere sowie Produkte für Geflügel und Wiederkäuer zum Wachstum bei. Boehringer Ingelheim erhielt zudem eine EU-Zulassung unter außergewöhnlichen Umständen für zwei Geflügelimpfstoffe, die unter anderem vor der Vogelgrippe schützen. Das Unternehmen unterstützte Tierhalter bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Tierseuchen wie Vogelgrippe, Maul- und Klauenseuche sowie dem Blauzungenvirus.
Rekordsumme für Forschung und Entwicklung
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen auf 6,4 Milliarden Euro – das entspricht 22,9 Prozent des Gesamtumsatzes. Damit investiert Boehringer Ingelheim fast ein Viertel seines Umsatzes in die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Therapien. Die Pipeline umfasst derzeit mehr als 80 Projekte, darunter über 50 neue Wirkstoffkandidaten in Bereichen wie Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, Onkologie, Atemwegserkrankungen, Immunologie, psychische Gesundheit und Augengesundheit.
Insgesamt erreichte das Unternehmen 2025 nach eigenen Angaben rund 70 Millionen Patientinnen und Patienten weltweit mit seinen Therapien – ein Anstieg gegenüber 66 Millionen im Vorjahr.
Wichtiger Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz
Boehringer Ingelheim ist eines der größten Unternehmen in Rheinland-Pfalz und ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 54.300 Mitarbeitende in über 130 Märkten. Am Stammsitz in Ingelheim und an weiteren Standorten im Land sind tausende Menschen in Forschung, Produktion und Verwaltung tätig.
Ausblick
Für 2026 setzt Boehringer Ingelheim auf weitere Fortschritte in der Entwicklungspipeline und kündigt wichtige Meilensteine insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Onkologie und Augengesundheit an. Als forschendes Familienunternehmen – gegründet 1885 – betont der Konzern, langfristig und unabhängig von kurzfristigen Kapitalmarktinteressen planen zu können.