In seiner Antrittsrede betonte Schoenmaeckers: „Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht vor großen Aufgaben. Die Unternehmen der Branche kämpfen um ihre Wettbewerbsfähigkeit und erwarten von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen zur Stärkung des Industriestandorts Rheinland-Pfalz“. Der direkte Dialog zwischen Wirtschaft und Landesregierung sei gerade in diesen herausfordernden Zeiten unverzichtbar. Als Gast der Landesregierung war Bätzing-Lichtenthäler als stellvertretende Ministerpräsidentin gekommen. Sie unterstrich zu Beginn des Podiums, dass sie sich „für eine starke Industrie“ einsetze, „denn sie schafft Arbeitsplätze. Und besonders die chemisch-pharmazeutische Industrie ist das Rückgrat der Industrie in Rheinland-Pfalz." Die Arbeitsministerin würdigte zudem die Chemieverbände als eine wichtige Stimme der Unternehmen für die Politik.
Exportland Deutschland unter Druck
Im gemeinsamen Gespräch von Schoenmaeckers, Dr. Winterling (BASF) und Bätzing-Lichtenthäler wurde die sehr schwierige Lage der Branche nochmals deutlich gemacht: Das Exportland Deutschland ist unter Druck und Kapazitäten verschwinden. Zudem kämpfen die Unternehmen mit massiv steigenden Kosten, verursacht durch zunehmende Regulierung, Berichtspflichten und auch die Verschärfung des europäischen Emissionshandelssystems ETS.
Die Kosten für Energie, CO2-Zertifikate und Bürokratie wachsen zu hohen Millionenbeträgen auf. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerbsdruck. Andere Länder bieten günstigere Produktionsbedingungen. Deutschland verliere dadurch an Attraktivität als Produktionsstandort.
Deutschland muss Markt schaffen, damit Betriebe investieren
Der neu gewählte Vorsitzende Médard Schoenmaeckers verwies auf die internationale Entwicklung: „Der Erfolg der Pharmaindustrie in Deutschland war in der Vergangenheit massiv von den USA abhängig." Zudem holt aktuell China stark bei der Erforschung neuer Medikamente auf. Deutschland und Europa sollten deswegen ihre Investitionen in Innovationen steigern. Schoenmaeckers forderte: „Nun ist es an Deutschland, einen Markt zu schaffen, in welchem sich Investitionen in Innovationen lohnen."
Wille zur Unterstützung der Betriebe
Bätzing-Lichtenthäler versicherte den Mitgliedern: „Wir sehen die Menschen und Betriebe im Land, die gestalten und investieren wollen. Und wir sind bereit und willens, sie hier zu unterstützen. Dafür sollen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es soll schneller, einfacher und verlässlicher werden.“ Dazu wolle die Landesregierung unter anderem eine neue Standortgesellschaft Rheinland-Pfalz gründen.
Einigkeit über notwendige Zuversicht
Alle drei Gesprächsteilnehmer waren sich einig: Wir brauchen mehr Zuversicht und die passenden politischen Rahmenbedingungen. Ohne Optimismus und klare Perspektiven wird der Standort Deutschland weiter an Attraktivität verlieren. Die Politik müsse Signale setzen, dass Investitionen sich lohnen. Dazu gehöre auch die Bildung: Die Fachkräfte von morgen brauchen bestmögliche Startchancen. Daher muss das Bildungssystem in Rheinland-Pfalz weiterentwickelt und der Übergang von Schule in den Beruf verbessert werden.
Fortsetzung des Dialogs angeboten
Der neue Vorsitzende Médard Schoenmaeckers bot der Ministerin an, die Gespräche fortzusetzen. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat ein großes Interesse daran, dass die neue Landesregierung gut in die Legislaturperiode startet.
Der neue Vorstand
Vorsitzender: Médard Schoenmaeckers, Boehringer Ingelheim
stv. Vorsitzender: Thomas Reineke, BASF
Iris Willrich, Röchling Industrial, Lahnstein
Hans-Jörg von Rhade, Südwest Lacke + Farben, Böhl-Iggelheim
Dr. Robert Weber, Röhm, Worms
Wolfgang Böhm, Zschimmer & Schwarz Chemie, Lahnstein
Guilhem Hamiache Vogel, Michelin Reifenwerke, Bad Kreuznach
Thomas Merdan, Abbvie Deutschland, Ludwigshafen
Dr. Michael Müller, Ursa-Chemie, Montabaur
Zeichen: 4.418 Zeichen, inkl. Leerzeichen
Über die Chemieverbände Rheinland-Pfalz
Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz sind eine Gemeinschaft des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz e.V. und des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. Landesverband Rheinland-Pfalz. Sie vertreten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen ihrer rund 200 Mitgliedsunternehmen. Mitglieder sind Unternehmen der chemischen Industrie oder mit chemienaher Ausrichtung mit Sitz in Rheinland-Pfalz.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist ein bedeutender Wirtschaftszweig im Land. Sie bietet sichere Arbeitsplätze mit attraktiven Perspektiven und engagiert sich für die Ausbildung junger Menschen. Die Branche investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung und trägt damit zur Innovationskraft des Standorts bei.
Neben der Interessenvertretung engagieren sich die Chemieverbände Rheinland-Pfalz stark im Bildungsbereich. Sie fördern den naturwissenschaftlichen Unterricht an Schulen, unterstützen MINT-Initiativen und arbeiten eng mit Hochschulen zusammen.
