Wirtschaftslage

Wirtschaftsdaten 2020

 UmsatzProduktionAufträgeBeschäftigte

Chemie
 

25.110,6

(-9,9%)

 

-3,4%

 

-4 %

46.327

(-1,1%)

Pharma

 

3.285,3

(-4,2%)

 

-18,3%

 

-14,5%

10.668

(+0,8%)

Kunststoffverarbeiter
und
Gummiwarenhersteller

5.022,7

(-5,5%)

 

-8,7%

 

.

22.200

(-3,6%)

 

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, unbereinigt, inkl. Jahreskorrektur, Betriebe ab 50 Beschäftigte
Prozentwerte sind Veränderungen gegenüber Vorjahreszeitraum

2020: Corona wirkt sich aus

Im Wirtschaftsjahr 2020 waren die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie allgegenwärtig und prägten das Geschäft der  Mitgliedsunternehmen. Die wirtschaftliche Betroffenheit der Unternehmen war unterschiedlich ausgeprägt. Während zum Beispiel Hersteller von Reinigungsmitteln und Farben für den Heimwerkermarkt einen Aufwärtstrend erlebten, gab es insbesondere bei Herstellern von Basischemikalien und Automobilzulieferern einen starken Einbruch. Dies sorgte für negative Entwicklungen in allen wichtigen Kennziffern.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Krise ist die Chemie-Branche im Verhältnis zu anderen Branchen glimpflich durch das Jahr gekommen. Insgesamt wurde ein Umsatz von rund 25 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 2,8 Milliarden Euro oder rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit bestätigt sich die Prognose der Chemieverbände, die von einem Rückgang im Gesamtjahr ausgegangen ist.

Höhere Preise am Markt sowie ein starkes viertes Quartal in der Chemie konnten die negative Entwicklung abfedern. So stieg die Produktion vom dritten zum vierten Quartal um 5,4 Prozent an. Dies reichte aber nicht, um die Zahlen ins Positive zu drehen. Im Gesamtjahr verbuchten die Chemiebetriebe weniger Aufträge (- 4 %) und eine geringere Produktion (- 3,4 %). Damit hat sich die Chemie in Rheinland-Pfalz schlechter entwickelt als im Bundesdurchschnitt. Die pharmazeutische Industrie hat insgesamt mit einem Umsatzminus von 4,2 Prozent abgeschlossen. Rückläufig waren ebenso Aufträge (- 14,5 %) sowie Produktion (- 18,3 %), wobei hier Sondereffekte aus den Vorjahren zu berücksichtigen sind. Die Hersteller von Kunststoff- und Gummiwaren erwirtschafteten 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit haben die Branchen das zweite Mal in Folge mit einem Umsatzminus das Kalenderjahr abgeschlossen. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten in der Chemie (- 1,2 %) und bei den Herstellern von Kunststoff- und Gummiwaren (- 3,6 %). Einzig Pharma blieb mit + 0,8 Prozent stabil. Zu Jahresbeginn 2021 startete der Chemieumsatz im Januar mit einem Minus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Im Februar hatte er bereits das Niveau des letzten Jahres erreicht. Laut einer VCI-Befragung rechnet rund die Hälfte der Unternehmen im Gesamtjahr 2021 mit steigenden Umsätzen. Allerdings gehen auch knapp 30 Prozent der befragten Unternehmen von Umsatzrückgängen im Inland aus. Die Gespräche mit Entscheidern zeigen, dass die Branche wenigstens bis 2022 braucht, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Die aktuellen Logistikprobleme sowie Knappheit und Verteuerung bei den Rohstoffen bremsen die Betriebe zusätzlich aus. Auch die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sowie die  verschärften Klimaschutzziele und die geplante Neugestaltung der EU-Chemikalienverordnung REACH verursachen eine zusätzliche Unsicherheit in den Betrieben und können in den Auswirkungen schwer eingeschätzt werden.

Corona-Folgen auch in der Ausbildung spürbar

Die Ausbildungsplatzsituation der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes war stabiler als im rheinland-pfälzischen Landesdurchschnitt. Insgesamt wurden 1.308 Ausbildungsplätze angeboten. Durch betriebliche Abstands- und Hygieneregeln sowie Einschränkungen zum Schutz der Beschäftigten konnten nicht alle Ausbildungsplätze wie gewohnt besetzt werden. Wenn die Pandemie-Lage es zulässt, gehen die Chemieverbände von einem Anstieg im kommenden Jahr aus. Denn der Bedarf an Fachkräften in der Branche ist hoch: Rund 94 Prozent der Ausgelernten werden übernommen. Von den 1.308 angebotenen Ausbildungsplätzen entfallen 1.054 auf die duale Ausbildung, 118 auf ein Duales Studium und 136 auf besondere Fördermaßnahmen, wie die von den Tarifpartnern betriebenen Start-Programme für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche. 1.230 Stellen konnten besetzt werden. Die Übernahmequote beträgt 94 Prozent.